12. Jun 2017

Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch - zehn effektive Tipps

Wenn die Einladung zum Vorstellungsgespräch eintrifft, ist die erste Hürde auf dem Weg zum neuen Job geschafft. Jetzt gilt es, sich auf das Vorstellungsgespräch bestmöglich vorzubereiten. Während sich am Lebenslauf feilen lässt, gibt es im Vorstellungsgespräch genau eine Chance. Der erste Eindruck manifestiert sich, laut Angaben von Personalern, innerhalb der ersten 90 Sekunden. Denn diese Zeitspanne reicht Entscheidungsträgern aus, um zu wissen, ob der oder die Kandidat(in) das Rennen um den Job macht. Eine gute Vorbereitung ist gefragt. Die folgenden zehn Tipps können helfen, das Vorstellungsgespräch zu meistern.

1. Über Unternehmen und Gesprächspartner recherchieren

Der Bewerber sollte so viele Informationen wie möglich über seinen potenziellen neuen Arbeitgeber zusammentragen. Die erste Anlaufstelle ist meist die Internetpräsenz der Firma, die oft auch Imagebroschüren zum Download bereithält. Was besagt die Unternehmensphilosophie, wie viel Mitarbeiter hat die Firma und wie ist man gegenüber der Konkurrenz aufgestellt? Recherchiert werden sollte auch zu den verschiedenen Standorten, der Produktpalette, der Rechtsform des Unternehmens und die Rolle, die es aktuell in seinem Wettbewerbsumfeld einnimmt. Auch Presseberichte über Firmen können Hintergrundinfos liefern. Faktenwissen suggeriert Personalentscheidern ehrliches Interesse. Schon kniffliger ist es, etwas über den Personaler herauszufinden, der das Einstellungsgespräch führen wird. Gibt die Firmenwebsite keine Auskunft, helfen Karrierenetzwerke wie LinkedIn oder Xing weiter. Möglicherweise hat man dieselbe Uni besucht oder denselben Studiengang absolviert, was ein interessanter Eisbrecher im Gespräch sein kann.

2. Sich selbst präsentieren

Fast immer wird man zu Anfang des Vorstellungsgespräches um eine kurze Selbstpräsentation gebeten. Das ist die Chance, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Die Selbstpräsentation sollte mit den im Lebenslauf angegebenen Daten und Stationen übereinstimmen. Gibt es hier zu große Diskrepanzen und Lebenslauf und die vor dem Personaler sitzende Person sind nicht stimmig, bedeutet das in der Regel das sofortige Aus. Es empfiehlt sich, zu Hause eine Liste zu schreiben, welche Informationen aus der Vita am interessantesten für die Firma erscheinen und den Vortrag daran zu orientieren. Das lässt sich auch vorab prima mit Freunden oder der Familie üben. Die können ehrliches Feedback geben, bei welchen Punkten Verbesserungspotentiale bestehen.

3. Körpersprache trainieren

Die Selbstpräsentation kann noch so perfekt sein, wenn die Worte eine andere Sprache als der Körper sprechen, ist man schnell aus dem Rennen. Hilfreich kann es sein, vor einem Spiegel oder der Videokamera zu trainieren und das Ergebnis kritisch zu analysieren. Es sollte jedoch davon Abstand genommen werden, sich für das Vorstellungsgespräch pompöse oder übertriebene Gesten extra anzutrainieren. Letztendlich geht es darum, sich zwar gut zu verkaufen, aber trotzdem authentisch zu bleiben.

4. Das richtige Erscheinungsbild

Kleider machen Leute, diese Weisheit trifft beim Vorstellungsgespräch noch mehr als in anderen Lebensbereichen zu. In konservativen Berufen ist der Anzug oder das Kostüm Pflicht, im kreativen Bereich geht es legerer zu. Im Zweifel gehen Sie lieber auf Nummer sicher und wählen das Business-Outfit. Eine schicke Kleiderwahl gilt zudem als Ausdruck des Respekts, den Sie Ihrem Gegenüber entgegenbringen. Gleich wie der Dresscode ist, sauber und gebügelt sollte das Outfit zum Vorstellungsgespräch auf jeden Fall sein. Auch die Frisur, gepflegte Fingernägel und geputzte Schuhe fließen mit ins Gesamtbild ein. Bei Schmuck und Make-up gilt immer - weniger ist mehr. Das Erscheinungsbild sollte natürlich sein und Kompetenz ausstrahlen.

5. Routen richtig planen

Manche Vorstellungsgespräche sind mit einer längeren Anreise verbunden. Um am nächsten Tag frisch und ausgeruht zu sein, kann es vernünftig sein, in eine Hotelübernachtung zu investieren. Reist man am Tag des Vorstellungsgespräches selbst an, sind großzügige Puffer einzuplanen, denn mit Verkehrsstaus oder Zugausfällen muss immer gerechnet werden. Kommt es trotz bester Planung zu einer unerwarteten Verspätung, gilt es, die Firma zeitnah zu informieren, und zwar nicht erst zehn Minuten vor dem Termin, sondern ab dem Zeitpunkt, an dem die Verspätung eintritt.

6. Die richtigen Strategien für Fangfragen

Die Frage nach Stärken und Schwächen ist ein altbekanntes Spiel in jedem Vorstellungsgespräch. Wer meint, mit positiven Schwächen wie “Ich habe kein Problem, auch am Wochenende zu arbeiten” oder “Ich arbeite hart, Mehrarbeit macht mir nichts aus”, beeindrucken zu müssen, hat auf das falsche Pferd gesetzt. Jeder Arbeitnehmer braucht Wochenende und Feierabend, solche Antworten wirken wenig authentisch. Vorsicht ist auch geboten, wenn harmlose Schwächen erfunden werden. Personaler durchschauen das Spiel schnell. Wer behauptet, gar keine Schwächen zu haben, kommt arrogant rüber und macht sich unglaubwürdig. Man sollte den Mut haben, kleine Schwächen zuzugeben und zu entschärfen, indem sofort Lösungsstrategien benannt werden, an denen man natürlich bereits arbeitet. Gibt es etwa ein Problem mit einem Computerprogramm, hat man schon den entsprechenden Kurs gebucht. Die Französischkenntnisse könnten besser sein? Wie gut, dass für den nächsten Urlaub eine Sprachreise eingeplant ist. Mit dieser Strategie lässt sich dem Personaler schon vorab viel Wind aus den Segeln nehmen und mit Glück wird dann manchmal gar nicht weiter gebohrt.

7. Falsche Fragen vermeiden

Manchmal stellen Bewerber Fragen, die sie direkt ins Fettnäpfchen hinein katapultieren. Es sollte nichts gefragt werden, was vorher nicht auch selbst hätte recherchiert werden können, zum Beispiel die Größe des Unternehmens oder die genaue Produktpalette. Aus dem Rennen ist auch, wer sofort nach Urlaubsansprüchen, Gehalt, Betriebsausflügen und -festen fragt. Tabu ist das Fischen nach Komplimenten. So verbietet sich die Frage, ob man im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck gemacht habe. Intelligente Fragen zur Einarbeitung oder Fortbildung kommen bei Personalern deutlich besser an.

8. Der richtige Sprechrhythmus

Wer aufgeregt ist, dessen Stimme überschlägt sich schnell und es werden für den Personaler wichtige Fragen zu kurz und zu knapp beantwortet. Schüchterne machen oft den Fehler, Kopf und Stimme zu senken, was weder von der Körpersprache her gut kommt noch der Verständlichkeit zuträglich ist. Am besten kommt es an, wenn man aufrecht sitzt und seinen Gesprächspartner aufmerksam anschaut. Sehr Aufgeregten mag es helfen, einige Standardfloskeln zur Begrüßung und zum Abschied auswendig zu lernen.

9. Die gute Kinderstube nicht vergessen

Egal wie verfahren die Situation im Vorstellungsgespräch sein mag - die gute Kinderstube sollte nicht vergessen werden. Kritik, auch wenn sie unangebracht ist, sollte mit einem verständnisvollen Nicken und einem Dankeschön für das Feedback quittiert werden. Das Benehmen zählt zu den Soft Skills und fließt immer in die Bewertung einer Bewerberpersönlichkeit mit ein. Humor zeigen ist nicht verkehrt, lacht der Personaler sollte auch der Kandidat mit einem Lächeln antworten. Derbe Witze und Anspielungen sind tabu. Angebotene Getränke sollten immer angenommen werden, das ist zum einen höflich und zum anderen hilft ein Mineralwasser mit wenig Kohlensäure gegen den berühmten Kloß im Hals. Das Getränk sollte seitlich des Personalers platziert werden, da es in der Mitte schnell als Barriere gedeutet werden kann. Bei einer Fangfrage kann ein Griff zum Wasserglas helfen, Zeit zu gewinnen.

10. Notizen anfertigen

Es ist nicht verkehrt, einen Schreibblock und Stift zum Vorstellungsgespräch mitzubringen. Denn Notizen machen zeugt von ehrlichem Interesse und einer organisierten Arbeitsweise. Auch hat man dann Gedankenstützen, auf die sich im weiteren Verlauf des Vorstellungsgespräches zurückgreifen lässt. Mit dem iPad oder Mobiltelefon Notizen zu machen, wirkt hingegen affektiert.

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